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Hallo, mein Name ist Matthias Fritsch.

Ich bin ein unabhängiger Filmemacher und Künstler aus Berlin. Neben dem Teilen meiner eigene Arbeiten unterstütze ich freien kulturellen Austausch und organisiere seit vielen Jahren lokale Filmvorführungen und Veranstaltungen mit freiem Eintritt.

Doch die meisten Leute kennen mich wegen eines meiner Videos, das unter dem neuen Namen Technoviking als weltberühmtes Internetphänomen bekannt, von Millionen gesehen, in Tausenden von YouTube-Videos remixed, in T-Shirts, Kuchen und sogar Action-Figuren transformiert wurde. Eine im Internet geborene Kunstfigur wurde zu einem der komplexesten Meme, die im Netz zu finden sind.


Die Technoviking Dokumentation

Zwei Jahre lang filmte und schnitt ich einen abendfüllenden Film über diesen Fall.
Einerseits inspirierte das Mem Tausende von Fanreaktionen und erzeugte eine bizarres und faszinierendes Technoviking-Universum.
Anderseits wurde das Mem auch zum Gegenstand eines langjährigen Gerichtsfalls in Deutschland. Ich möchte daher mit dem Film auch den Diskurs und die Diskussion dieser Probleme voranbringen sowie Künstlern und aktiven Internetnutzern eine Hilfe sein, sich innerhalb der zum Teil 100 Jahre alter Gesetze zu orientieren, die erst noch an die neuen Gegebenheiten der schnelllebigen digitalen Sharing-Kultur angepasst werden müssen.

Ich hoffe damit einen Film zu schaffen, der die rechtliche und gesellschaftliche Dimension hinter einem solchen Phänomen erläutert und die Kette der Ereignisse rekonstruiert, die das Mem erschufen, so wie wir es heute kennen.


Kneecam No.1

Mein Video „Kneecam No.1“ wurde 2007 in den Anfangsjahren von YouTube berühmt. Schon im Juli 2000 im öffentlichen Raum während einer Parade in Berlin gefilmt, wurde es kurz darauf als experimenteller Film veröffentlicht, um beim Zuschauer die Wahrnehmung von Realität zu hinterfragen. Für viele Jahr blieb es relativ unbekannt, bis jemand es auf einen Lateinamerikanische Pornoseite verlinkte, jemand anderes es von dort aus in einem Forum weiterpostete, von wo aus der Clip woanders erneut hochgeladen wurde und plötzlich eine Lawine ins Rollen kam.

Ende 2009, also fast ein Jahrzehnt nachdem der Film das erste Mal veröffentlicht wurde, meldete sich der Protagonist bei mir und verlangte die Beseitigung aller Technovikinginhalte. Doch mit so vielen über die ganze Welt vertreuten Kopien war das zu diesem Zeitpunkt längst ein unmögliches Vorhaben.
Er wollte nicht nur das originale Video mit seinem Abbild beseitigen, sondern auch User-Remixe, Technoviking-Comic-Zeichnungen und sogar die berühmte Zeigefingerpose sollten aus dem Netz verbannt werden.


The Trial

Ende 2012 wurde ich dann wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten auf Unterlassung und Schadensersatz verklagt. Zwei gleichberechtigte Grundrechte standen miteinander in Konflikt: Auf der einen Seite das Recht des Protagonisten am eigenen Bild und auf der anderen Seite die Kunst- und Meinungsfreiheit.

Jahrelang habe ich versucht, einen Kompromiss mit dem Tänzer aus meinem Videos zu finden, den ich weder persönlich treffen noch sprechen konnte. Der Rechtsstreit wurde einerseits sehr kostenaufwendig für mich aber andererseits machte es eine sowieso schon sehr spannende Geschichte noch komplexer. Der Fall seht symptomatisch für die rechtlichen Umstände, mit denen viele Internetnutzer heutzutage konfrontiert sehen, wenn sie ständig fremde Inhalte mit ihren vielen Freunden in den sozialen Netzwerken teilen.

Die Richter stuften die Persönlichkeitsrechte höher ein und als Folge dessen darf ich mein original Video nicht mehr öffentlich zeigen. Und fall ich dagegen verstosse riskiere ich eine hohe Geldstrafe oder bis zu sechs Monate Haft.

Der Prozess steht nur für einen Konflikt zwischen mir und der Person, deren Abbild die Kreation des Technoviking-Mems auslößte, es geht auch um das Recht des Einzelnen im Gegensatz zu den vielen, die aktiv zeitgenössische Memkultur gestalten. Er zeigt die Grenzen einer Kultur des Teilens, Recyclings und Weiterverbreitens von Nutzerreaktionen und man kann daraus den Schluß ziehen, dass wir neue Kategorien brauchen in Bezug darauf, wie mit Memen in rechtlicher Hinsicht umzugehen ist.

Der Film über die Geschichte des Technoviking-Mem, der innerhalb der von den Richtern gesetzen Grenzen gemacht wurde, soll diese wichtige Diskussion einen Schritt weiter bringen. Es gibt dazu eine Zusammenstellung von Pressereaktionen auf einer Unterstützer-Facebook-Seite.

Mehr zum Prozess


Wie geht es weiter?

Im Jahr 2000 dachte ich, ein tolles Kunstwerk geschaffen zu haben. Jetzt, 15 Jahre später, hat mich das in ein grosses finanzielles Minus gestürzt.

Die im Film zum Technoviking gestellten Fragen sind wichtige Punkte in Bezug auf die Zukunft unserer digitalen Kultur und wie wir weiterhin mit Medien umgehen sollten. Daher soll die Dokumentation frei für alle verfügbar und kein kommerzielles Produkt sein. Ein Crowdfunding hat mir zum Teil geholfen, den Film mit einem geringen Budget zu produzieren. Doch auch ich muss in der realen Welt Rechnungen bezahlen. Aus dem Grund bin ich in meiner aktuellen Situation mit der grossen finanziellen Belastung durch Anwalts- und Gerichtskosten auf die Unterstützung von Menschen wie Dir angewiesen, die meine Arbeit und die Risiken wertschätzen, die ich eingehen musste, um dieses Projekt weiter zu verfolgen.

Vielen Dank für Deine Unterstützung!
Matthias Fritsch

Mein Film ist kostenlos Bitte unterstütze mich mit einer Spende!
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