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[Über den Film] Die dokumentarische Aufarbeitung folgt dem Technoviking Phänomen über 15 Jahre vom experimentellen Kunstfilm zum viralen Video, das eine Internet-Community zur Erschaffung einer Kunstfigur, Tausenden von Remixvideos sowie unzähligen anderen Formen der kommerziellen und nicht kommerziellen Reaktionen inspirierte und letztendlich den Produzenten des Ausgangsvideos vor Gericht brachte. Ursprünglich im öffentlichen Raum auf einer politischen Demonstration gefilmt und von vielen Millionen Nutzern geteilt, können die Bilder des Ausgangsclips weder aus dem kollektiven Gedächtnis entfernt, noch von den vielen Servern gelöscht werden, die in der ganzen Welt verstreut liegen. Der Film verbindet mehr als 30 Interviews mit Anwälten, Akademikern, Künstlern und Fans mit einer Vielzahl von Online-Reaktionen auf das Mem. Er zeigt das Dilemma auf, das entsteht, wenn unser Grundrecht auf Meinungsfreiheit in Widerspruch zu unserem Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit gerät.
Und wie kann man einen Film über ein Thema machen, dessen Ursprung gar nicht mehr öffentlich gezeigt werden darf?

[Anmerkung des Regisseurs] Heutzutage hat fast jeder Bürger eine virtuelle Repräsentation in den sozialen Netzwerken wie beispielsweise einen Facebook-Account, wo veröffentlichen, teilen und weiterleiten von audiovisuellem Material zum Grundverhalten gehört. Allein dadurch kommt es permanent zu Verletzungen der Rechte Dritter wegen ungeklärter Urheber- und Persönlichkeitsrechte. Bei der Flut von Inhalten geschieht in der Regel nichts, weil die Mehrheit der Rechtsverletzungen gar nicht erst wahrgenommen wird. Nur ein geringer Prozentsatz landet vor den Gerichten. Außerdem: Ist ein Gerichtssaal wirklich der geeignete Ort, um neue kulturelle Phänomene zu verhandeln, wenn die Gerichte bereits Schwierigkeiten haben, moderne Kunst aus dem letzten Jahrhundert zu verstehen? Wie kann ein sinnvoller im Umgang mit solchen Phänomenen sowohl im Rechtssystem als auch im Verhalten der Bürger möglich sein? In welche Richtung sollte sich unsere digitale Gesellschaft in Zukunft entwickeln? Wieviel Freiheit geben wir neuen Formen von Kunst und Kultur? Wie weit sind wir bereit, den Kontrollverlust über unsere Bilder und Informationen zu akzeptieren?

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