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  Ecopolis Furniture
  MEINE 13 GEBOTE - NACHHALTIGE ALLTAGSROUTINEN
erste Version 2017, wird seitdem immer wieder überarbeitet und geschärft
 

Meine 13 Gebote sind das persönliches Werkzeug von Matthias Fritsch, um dem Weg in eine nachhaltige Gesellschaft im Alltag auszuprobieren. Da sich bei Alltagsgewohnheiten durch die ständige Routine schon kleine Schritte stark auswirken können, liegt hier ein sehr grosses Potential für positive Veränderungen. Wenn eine Person eine tägliche Gewohnheiten ändert, dann wird diese ständige Änderung in ihrer Summe nach einer gewissen Zeit, wie z. B. nach einem Jahr markant.

Wenn viele Personen gleichzeitig bestimmte Gewohnheiten ändern und eine kritische Mase erreichen, dann wird der Effekt fundamental und kann im Laufe der Zeit zum gesellschaftlichen Wandel führen.

Schwerpunkt der folgenden persönlichen Gebote sind das Schliessen von Stoffkreisläufen, das Einsparen von Energie und Ressourcen und das Teilen von Wissen.

 

  1. Erzeuge Humus & gib Kohlenstoff zurück an den Boden

  2. Sammle deinen Urin & Kot und bring Nährstoffe zurück auf die Felder

  3. Reduziere Fleisch- & Milchprodukte

  4. Esse Pflanzen aus der Nachbarschaft

  5. Koche und verarbeite dein Essen selber

  6. Produziere und spare Energie

  7. Nutze deinen Körper zur Fortbewegung

  8. Halte die Umwelt sauber

  9. Vermeide Plastik & schädliche Materialien

10. Reduziere, teile & verwende Dinge mehrmals

11. Denk global, handle lokal

12. Höre nicht auf zu lernen & teile dein Wissen

13. Respektiere das Leben um dich herum

   
  Praxisbeispiele und Lösungen von Matthias:
  1. Erzeuge Humus & gib Kohlenstoff zurück an den Boden

Mit diesem kostengünstigen Nachbausystems (ca. 12 Euro) kann im Wohnzimmer immer genügend Humus für alle Pflanzen innerhalb einer Wohnung produziert werden. Das System arbeitet jahrelang und ist bei richtigen Gebrauch völlig geruchsneutral.
Humifizierer
 

2. Sammle deinen Urin & Kot und bring Nährstoffe zurück auf die Felder

Mithilfe von aus Recyclingmaterialien gebauten Funktionsmöbeln lässt sich auch in der Stadt-Wohnung Kompost aus Küchenabfällen herrstellen oder auch eine Kompost-Toilette betreiben, ohne dass dafür extra Platz benötigt wird.

ecopolis furniture
Kompostiermöbel für die Wohnung
  4. Esse Pflanzen aus der Nachbarschaft

Um die Ecke wachsen überall wilde Pflanzen. Wenn sie nicht gerade an einer vielbefahrene Strasse oder auf verseuchten Boden wachsen, bietet auch die Stadt gesundes Grün, das nicht von weit her transportiert werden und einfach nur gepflückt werden muss. Als pürierte Suppe lassen sich auch härtere Kräuter mit Gewürzen des persönlichen Geschmacks zu leckeren Haupt und Zwischenmalzeiten zubereiten.
Hot Smoothie
Hot Smoothies
 

5. Koche und verarbeite dein Essen selber

Selbstangebautes, gesammeltes oder anderes Gemüse, das gerade im Überfluss vorhanden ist, z. B. wegen saisonalen Überschüssen, kann durch alte Techniken der Fermentation langfristig und Energiesparend haltbar gemacht und für den späteren Verzehr gelagert werden.

Aesthetic Fermentation
Fermentation
  12. Höre nicht auf zu lernen und teile dein Wissen mit anderen

Bei Kieztouren in Berlin wird Wissen geteilt und es werden Projekte in der Nachbarschaft und Umgebung vorgestellt, in denen anderorts angestrebte Zukunft schon gelebte Gegenwart geworden ist.
Skyline Berlin
Utopia Berlin
     
 

WARUM 13 GEBOTE?

Eine nachhaltige Gesellschaft hinterlässt ihre Umwelt und Kultur in den selben oder besseren Bedingungen. Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen und werden irgendwann Teil der Riesen für spätere Generationen sein. Die folgenden Grundsätze sollen helfen, dass die Zukunft nicht schlechter wird als die Gegenwart. Momentan ist der wissenschaftliche Konsens, dass wir dringend unsere Gewohnheiten ändern müssen. Wie schnell wir das als Gesellschaft schaffen hängt direkt von dir ab.

1. Erzeuge Humus & gib Kohlenstoff zurück an den Boden
Weltweit zerstört die Menschheit den fruchtbaren Boden, der die Grundlage für unsere Nahrungsproduktion ist. Hilf mit wieder eine fruchtbare Humusschicht aufzubauen und führe Kohlenstoff zurück in den Boden!
Werkzeuge: Humusgeneratoren in jeder Wohnung, Terra Preta für Dauerhumus, Kon-Tiki für Holzkohleerzeugung

2. Sammle deinen Urin & Kot und bring Nährstoffe zurück auf die Felder
Hilf mit, die Nährstoffkreisläufe zu schliessen. Momentan spülen wir leider wertvolle Nährstoffe durch unser System der Wassertoilette in den Wasserkreislauf, wo sie nichts zu suchen haben und die Klärung sehr teuer und energieaufwändig ist. Besser sollten wir sie dahin zurück zu schicken, wo sie herkommen: auf die Felder und Wälder. In Städten muss noch eine Infrastruktur entwickelt werden, um im grossen Stil Urin und Kot zu sammeln, zu kompostieren und aufzubereiten. Im Privaten kann jeder jetzt schon beginnen: Komposttoiletten und giessen mit Goldwasser (10% Urin & 90% Wasser mischen, pro Person & Jahr werden zum Ausbringen ca. 200qm Bodenfläche benötigt)

3. Reduziere Fleisch- und Milchprodukte
Laut aktuellen Hochrechnungen können bis zu 51% aller vom Menschen gemachten CO2-Emissionen direkt oder indirekt auf die Masttierhaltung zurück geführt werden. Kein oder kaum noch Fleisch zu essen würde demzufolge schon die Hälfte unserer dringlichsten Ziele gegen den Klimawandel erreichen, abgesehen von weiteren negativen Auswirkungen auf die Umwelt wie z. B. das Gülleproblem und offene Stoffkreisläufe zwischen Kontinenten in Folge der Futtermittelindustrie, Anbau von genetisch modifizierten Futterpflanzen mit den damit verbundenen Einsatz von Chemie. Iss Fleisch daher besser nur noch zu besonderen Gelegenheiten und hilf somit die Produktion von Fleisch auf ein verträglicheres System umzustellen.

4. Esse Pflanzen aus der Nachbarschaft
Verwende Pflanzen aus der Region und unmittelbaren Nachbarschaft. Sammle und baue selbst Nahrung an und unterstütze lokale Produzenten. Gehe dabei Habitat-schonend vor. Möglichkeiten: Stadtgärten, Gemüse auf dem Fensterbrett & an der Wand, werfe keine Nahrung weg, sondern koche heisse Smooties aus Blättern, Stielen und zweitklassiger aber unverdorbener Nahrung, die du sonst nicht mehr essen würdest.

5. Koche und verarbeite dein Essen selber
Behalte die Kontrolle über deine Nahrung. Wir sind, was wir essen. Lerne zu kochen, zu fermentieren und geniesse industriell verarbeitetes Essen nur zu besonderen Gelegenheiten.

6. Produziere und spare Energie wo du lebst
Dezentralisiere das Energie-Netz, reduziere Übertragungsverluste, produziere Energie mit einfachen Technologien, die du auch beherrschen kannst. 50% unseres Energieverbrauchs (Mitteleuropa) zu Hause wird zum Heizen benutzt. Zieh lieber ein Kleidungsstück mehr an anstatt die Heizung hochzudrehen.
Möglichkeiten: kleine Solar- und Windenergieanlagen, Bio-Meiler und diverse Off-Grid-Alternativen
Effizienz und Suffizienz müssen einhergehen, um Rebound-Effekte zu verhindern. Surfe das Internet mit geringer Auflösung und niedrigen Bitraten für Medien, da so weniger Energie und Infrastruktur für die Übertragung & Zwischenspeicherung nötig ist (Link).

7. Nutze deinen Körper zur Fortbewegung
Betrachte Alltagstransport als sportliche Übungen. Aktivitäten: Gehen, Laufen, Tragen, Fahrradfahren, Treppe statt Fahrstuhl
Je weniger du Transportmaschinen und auf sie angepasste Wege nutzt, desto weniger dieser Infrastruktur muss gebaut und instandgehalten werden.

8. Halte die Umwelt sauber
Künstliche, von Menschen gemachte Materialien fügen oft der Umwelt Schaden zu. Hinterlasse deine Umgebung möglichst sauberer, als du sie vorgefunden hast und wenn du deinen Abfall einsammelst, dann beseitige bei der Gelegenheit auch gleich etwas Müll, den andere Menschen hinterlassen haben.

9. Vermeide Plastik & schädliche Materialien
Reduziere deine Müllproduktion auf ein Minimum. Besonders Plastik ist momentan eine grosse Bedrohung für die Ökosysteme und landet in großen Mengen im Ozean, wo es in Mikropartikel zerfällt, Tieren sehr viel Schaden zuführt, sich mit anderen Schadstoffen verbindet und letztendlich wieder in unseren Nahrungskreislauf zurückkehrt. Benutze Plastik mehrmals und Verpackungsmaterialien, die nur aus einem Stoff bestehen und so leichter zu recyceln sind oder noch besser biologisch abbaubare Plastikalternativen.

10. Reduziere, teile & verwende Dinge mehrmals
Lebe mit weniger und geniesse damit verbundenen Freiraum und Freizeit. Weniger Konsum verlangt weniger Arbeit und weniger Technologie. Teile was du hast mit anderen Menschen, verschenke, mach mehr nachhaltigen Urlaub, recycle Materialien, kaufe Gebrauchtwaren, sammle brauchbares auf der Strasse, biete anderen deine Hilfe & Werkzeuge an.
All das spart Wasser, Energie und Rohstoffe.

11. Denk global, handle lokal
Nachfrage bestimmt das Angebot. Hinterfrage was du konsumierst. Jede Konsumhandlung und jeder Cent der ausgegeben wird, verursacht irgendwo auf dieser Welt einen Aufwand an Ressourcen, Energie, Transport & Arbeit. Der Gewinn und die damit verbundenen Steuern kommen einer bestimmten Person, Firma, Organisation, Kommune und Staatsform zugute – welcher entscheidest du im Moment des Kaufs und Konsums.

12. Höre nicht auf zu lernen und teile dein Wissen mit anderen
Versuche weiterhin neues zu lernen. Sei unabhängig und verstehe die grossen Zusammenhänge und Systeme. Hinterfrage Argumente anderer und recherchiere selber deren Vernunft- und Wahrheitsgehalt.

13. Sei dankbar zu leben & respektiere das Leben um dich herum
Wir sind alle sterblich. Freu dich jeden Morgen, dass du am Leben bist. Achte andere Menschen, Tiere und Pflanzen um dich herum. Schon Albert Schweitzer sagte: Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.