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  WOHNZIMMER-KOMPOSTER
zum Nachbauen, entwickelt von Matthias Fritsch, 2016
  komposteimer
  Beschreibung
Mit diesem Komposteimer lässt sich ganz einfach und geruchlos im Wohnzimmer wertvoller Humus für die (essbaren) Zimmerpflanzen herstellen. Das System basiert auf Mikroorganismen und Kompostwürmern, wie sie sich auch im normalen Komposthaufen finden lassen. Mit diesem Werkzeug kann jeder Stadtbewohner auch ohne Zugang zu einem Garten gute Erde produzieren, Bodenfruchtbarkeit erhöhen und Abfall vermeiden.
Es ist mir gelungen, einen Eimer mit neuen Materialien für den Gesamtpreis von 12 Euro zu bauen. Je nach verwendeten Komponenten und Transportkosten kann der Preis natürlich auch wesentlich höher oder bei gebrauchten Komponenten geringer ausfallen.
Material
Hauptbestandteil ist Polypropylen, ein sehr langlebiger und stabiler Plastikwerkstoff, der auch für Lebensmittelverpackungen eingesetzt wird. Eimer, Sack und Verschluss bestehen aus diesem Material.
Als Alternativen eignen sich auch hochwertigere Eimer mit EM-Keramikpulver oder evtl. auch Metalleimer mit Jutesäcken. Ich selbst tendiere zu Einsatz von PP, weil es einfach extrem lange hält, solange es nicht UV-Strahlung ausgesetzt wird. Und sollte der Eimer irgendwann nicht mehr zum Kompostieren verwendet werden, dann ist es immer noch ein voll funktionierender Eimer.
Als Abstandhalter verwende ich einen Teewärmer aus Metall, den es schon für wenige Euro zu kaufen gibt.
  Biologie
Die Hauptarbeit erledigen Bakterien und Kompostwürmer. Ein gesunder Kompost hat aber noch eine Vielzahl weiterer Organismen wie Springschwänze, Enchyträen, Milben, Asseln, Pilze und viele mehr. Falls du dich ekelst kannst du auch einfach erst mal nur mit Kompostwürmern anfangen. Durch die zweifache Barriere, den verschliessbaren Sack und den Deckel des Eimers gelangen bei sachgemäßen Verschluss keine Tierchen nach aussen. Ich benutze das System seit mehreren Jahren und habe keinerlei Probleme.
Betrieb
Da das Volumen des Eimers nur ca. 20l beträgt ist das System nicht in der Lage, den kompletten Bioabfall eines Vielkochenden Städters zu verarbeiten. Aber Kaffe, Tee und immer wieder Gemüsereste produzieren genug Humus für alle Zimmerpflanzen der Wohnung. Auch alte Topferde lässt sich im Eimer wieder aufwerten. Oben gehen neue Abfälle rein und unten kann nach einigen Monaten der Humus gererntet werden. Das Tropfwasser kann verdünnt als Dünger beim Giessen verwendet werden.
  Eimer-innen2  
 

Nachbau
Mein System ist open source. Ich bekräftige alle Mitmenschen, das System nachzubauen und selbst zu beginnen, in der Stadt Erde herzustellen. Damit es sich einfach verbreitet habe ich es so simpel und billig wie möglich gehalten mit einer minimalen Anzahl an preiswerten Komponenten. Es lassen sich natürlich auch hochwertige Materialien verwenden. Sollte ein wie auch immer abgewandelter Komposteimer auf Grundlage dieser Idee kommerziell vertrieben werden, dann verlange ich ein Prozent vom Verkaufspreis jedes nachproduzierten Eimers.

Kosten
In Eigenarbeit lässt sich das System für knapp über 10 Euro Materialkosten herstellen. Falls du nicht die Zeit oder das Können für den Selbstbau aufbringst, dann kann dir anbieten, auf Spendenbasis einen Komposteimer zu bauen und dir zukommen lassen. Schreib mich dafür einfach an unter info@subrealic.net! Bitte beachte, dass es auch eine Menge Arbeits- und Zeitaufwand für mich bedeutet, wenn du entscheidest, was dir meine Arbeit wert ist.
  Materialliste
1 Sandsack 40x65cm aus PP (1 Euro) oder Jute (Jute wurde aber noch nicht getestet!)
1 verschliessbarer Eimer mit 35cm Durchmesser (z.B. Oscartonne, lebensmittelechter EM-Keramik-Eimer bei Triaterra oder Metalleimer, letzter braucht 33x75 Sack)
1 Teewärmer als Abstandsgitter (ca. 2 Euro im Internet)
2 Klickverschlüsse (ca. 1 Euro im Internet)
2 PP-Streifen 86cmx2cm als Randverstärker der Sacköffnungen (z.B. im Bastelshop)
Kompostwürmer (am besten umsonst vom Komposthaufen von Freunden & Verwandten oder im Versand)

optional: Holzkohlestreu für Terra-Preta-Herrstellung (z.B. bei Triaterra)



Werkzeugliste
1mm Bohrer oder Schlaggerät zum Setzen der Luftlöcher im Deckel (Achtung: von aussen schlagen oder bohren stülpt die Öffnung nach innen und verhindert Austritt von Organismen wie bei einer Reuse)
Schere oder Messer um den Sandsack aufzutrennen
Nähwerkzeug oder Nietensetzer, um Randverstärkung und Klickverschlüsse an den Öffnungen des Sandsacks zu befestigen



  Werkzeug Eimer-innen2
  Werkzeug Werkzeug
  Kompostsack offener-Sack
  Kompostsack offener-Sack
  Werkzeug Werkzeug